Gurkenradio und Zeitmaschinen

Ich betrete das gelbe Haus, werde die Stiege hinauf gelotst und binnen weniger als fünf Minuten befinde ich mich in einem komplett abgedunkelten Zimmer und beobachte, wie Funken zu dem rythmischen Sound von Feuerstein auf Feuerstein zu sprühen beginnen. Das Verlassen des Raumes ist unter keinen Umständen gestattet.

Geschätzte 16 Stunden später schneide ich Alufolie zurecht (ca 15 x 15 cm), rolle sie zusammen und beobachte, wie sich mein Gegenüber einen Löffel und die Alufolie Rolle in den Mund steckt. Es ist äußerst wichtig, dass beide Utensilien die Zunge berühren. Dieses Detail ist ausschlaggebend für den Erfolg der Mission. Die äußeren Enden werden zusammen geführt. Mission erfolgreich: 0,7 Volt schießen durch den Elektrolyt – eine Zunge.

Next project: ein Gurkenradio muss her. Durch die Hilfe der weiteren Assistentin des Projektleiters, gelingt es uns eine Essiggurke so zu sezieren, dass sie genau unter eine 5 Cent Münze passt. Das ganze wird auf die passende Unterlage platziert… natürlich Alufolie. Nun ist der Moment der Wahrheit gekommen. Wird auch diese Mission ein Erfolg? Kopfhörer rein, Stecker Ende an die Gurken/Münzen Konstruktion gehalten. Tatsächlich. Man kann ein kleines Knistern hören, auch hier konnte Strom erzeugt werden. Das Lied der Gurke scheint besonders zu erfreuen. Eine Stunde lang herrscht fast schon gespenstische Ruhe.

Zwei Stunden später. Das Gurkenradio hat sich zusätzlich als Wurmloch Kompass entpuppt. Die Aufregung ist groß, der Puls schnell. Auch die Badewanne hat eine neu entdeckte zweite Funktion, die eines Zeitreise Katalysators. Was dies genau bedeutet weiß keiner so recht, doch es tut nichts zur Sache. Fest steht: das Badewasser ist ein Elektrolyt für Zeit.

Eine ganze Zeitreise später schläft der kleine Reisende auf mir ein. Anscheinend ist Zeitreisen doch anstrengender als gedacht.

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3 Stunden ÖBB

Wieder Mal geht’s mit der ÖBB auf nach Kärnten, voll bepackt mit kleinen Geschenken, Süßigkeiten und einer Rotwein Flasche, die schon beim einsteigen auf den Boden zu fallen drohte. Dies wurde vom Gentleman hinter mir mit Adler Augen beobachtet, welcher darauf schroff anmerkte, dass man ja nicht so viel mitnehmen müsste. Nein, müsste man eh nicht. Hat er recht. Will man aber, wenn man wie meine Mutter den schon fast krampfhaften Drang hat, alle und jeden zu beschenken den man länger als ein paar Monate nicht gesehen hat.

Drei Stunden im Zug sind wie acht Stunden im normalen Leben. Nach circa einer Stunde schläft mein Hinterteil ein. So muss es sich anfühlen, wenn man tot ist, aber halt am ganzen Körper. Schon jetzt fange ich an absurde, und ich wage es zu sagen, dumme Gedanken zu stricken. Ich sitze in einem Viersitzer mit einer Mutter und ihren zwei Kindern. Die Kinder, beide mit Tablet ausgestattet, schweigen eine Stunde während ihre Mutter aus dem Fenster schaut. Dann erinnert sie ihr Sohn daran, dass sie versprochen hätte, mit ihm ein Spiel am Tablet zu spielen. “Nicht jetzt, jetzt kommen erst die richtig wichtigen Berge.” Diese Ausrede wird akzeptiert und Mutter und ich schmunzeln uns kurz an.

Da ich keinen Fensterplatz ergattern konnte, entschließe ich den wohl langweiligsten Blog Beitrag der Welt zu schreiben.

(Leber)transplantation! Was nun?

Insocial Life

Am Anfang steht die Diagnose, dann kommt der Schock. Fragen über Fragen. Wie geht es weiter, was wird passieren? Was in der Zukunft passieren wird, kannst du nicht wissen. Aber glaube mir, du bist nicht allein!

In meinem Blog dreht es sich für gewöhnlich um alltägliche Sachen. Dieser Artikel dreht sich um das Thema Lebertransplantation und wie wir als Eltern damit umgegangen sind und jetzt damit leben. Jede Geschichte ist anders und betroffene Familien gehen damit ganz unterschiedlich um. Ich möchte unsere Erfahrungen teilen, um ein wenig Licht ins Dunkel des Mysterium Organtransplantation zu bringen und den Menschen, die das alles noch vor sich haben einen Einblick in ihre mögliche Zukunft zu geben.

DIE DIAGNOSE

Es gibt viele Grunderkrankungen, die eine Lebertransplantation notwendig machen. Bei Kindern bzw. Säuglingen dreht es sich meist um angeborene (Gen)fehler, die teilweise noch so unerforscht sind, dass ein Erklärungsversuch immer nur sehr theoretisch und spekulativ…

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